Die Zeit der recht günstigen Flugtickets in den hohen Norden Europas ist vermutlich vorbei. Die erheblich verteuerten Spritpreise und andere Auswirkungen des Ukraine‐Krieges, haben ab Frühjahr 2022 zu einer deutlichen Verteuerung der Flugticketpreise geführt.
Hinzu kam zwischendurch: Die größte skandinavische Fluggesellschaft SAS, ist zwischen Juli 2022 und August 2024 unter Gläubigerschutz nach US-amerikanischen Konkursrecht geflogen. Um anschließend aus der Star Alliance (Lufthansa & Co.) auszutreten und in das SkyTeam von Air France/KLM einzutreten. Die Zeit, in der man mit einem Lufthansa-Ticket in den hohen Norden „durchbuchen“ konnte, ist in gewisser Weise vorbei. Dafür klappt es nun mit KLM/Air France eher besser. Oder auch mit Finnair via Helsinki.
So genannte Billigflieger wie Ryanair oder Norwegian sind da – für die Flüge von Mitteleuropa zu den innerskandinavischen Zielen – nur bedingt eine Alternative. Doch Ziele wie Luleå, Kiruna, Bodö, Narvik, Tromsö und Rovaniemi klappen meist ganz gut.
Allerdings gibt es schon seit Jahren eine in Zentraleuropa kaum bekannte innerschwedische Fluglinie, die ursprünglich einmal Amapola hieß und mit ihren Fokker 50 Propellermaschinen anfangs nur Fracht transportierte. Unterdessen hat aber Amapola-Flyg nicht nur ihren Namen auf „populAir“. geändert hat, sondern befördert nun auch Passagiere.
Und zwar ab Stockholm zu den Kleinflughäfen ins nordschwedische Hemavan/Tärnaby und Lycksele sowie nach Vilhelmina, Arvidsjaur und Gällivare. Allesamt gute Ausgangspunkte, um anschließend mit dem Bus zu den jeweiligen Start- oder Endpunkten einer Wanderung zu kommen.
An den Polarkreis fliegen geht mittlerweile ordentlich ins Geld. Deshalb sind viele Reisende auf die Fähren nach Skandinavien umgestiegen (per Auto oder Zug), was – durch die stärkere Nachfrage und die höheren Energiekosten – auch bei den Fähren zu erheblichen Preiserhöhungen geführt hat. Am günstigsten kommt man derzeit noch per Bahn in den hohen Norden (via Göteborg/ Stockholm–Kiruna, Oslo/Trondheim–Bodö oder Turku/Helsinki‐Rovaniemi).
Von Berlin aus fährt via Hamburg ein schwedischer Nachtzug namens „Snälltåget“ (Schnellzug) nach Stockholm und umgekehrt
Siehe snalltaget.se.
und darüber hinaus gibt es nun auch einen EuroNight-Zug (Hamburg-Stockholm und umgekehrt) der von der
Schwedischen Bahn (sj.se Englisch) . betrieben wird.
Also alles wieder - wie früher. Und genau so häufig und früh ausgebucht - wie früher. Die Fahrtzeiten zu den Ausgangspunkten am Polarkreis werden dann wieder um die 35 bis 38 oder 40 Stunden betragen. Wie früher.